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Ziehen im Hoden

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Ziehen im Hoden: Welche Ursachen gibt es?

EIn Ziehen im Hoden, häufig auch als Stechen im Hoden beschrieben, ist ein Symptom, das sehr unterschiedliche Ursachen haben kann. Da es bei sehr vielen Erkrankungen auftreten kann, wird eine umfangreiche Untersuchung der Hoden und umliegenden Organe empfohlen. In vielen Fällen geht das Stechen im Hoden noch mit anderen Symptomen einher. Anhand der Kombination der Symptome kann der Urologe feststellen, welche Erkrankungen in Frage kommen.

In manchen Fällen handelt es sich aber auch um das einzige Symptom, wie zum Beispiel bei der Varikozele (Hoden Krampfader). Beim Vorhandensein einer Varikozele wird von den meisten Urologen empfohlen, geeignete Varikozele Unterwäsche zu tragen, um das Stechen im Hoden (häufig niedriggradige Varikozele) oder Schweregefühl (häufig höhergradige Varikozele) zu lindern. Die Hodenkrampfader ist eine vergleichbar harmlose Erkrankung der Hoden, wenn diese rechtzeitig behandelt wird und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Anderst hingegen kann ein Ziehen im Hoden auch auf schwerwiegendere Erkrankungen hinweisen. Betrachten wir also die verschiedenen Ursachen für ein Ziehen im Hoden genauer:

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Das sind die häufigsten Ursachen für ein Ziehen im Hoden:

1. Ziehen im Hoden durch Nebenhodenentzündung

Mediziner bezeichnen eine Entzündung des Nebenhodens als Epididymitis. Ursache für eine Nebenhodenentzündung sind meist Bakterien, die entweder über das Blut oder aber häufiger bei einem Harnwegs- oder Prostatainfekt über den Samenleiter in den Nebenhoden gelangen. Die Gefahr einer Ansteckung beim ungeschützten Geschlechtsverkehr ist deshalb vorhanden. Schmerzen und eine Schwellung sowie Rötung und Erwärmung des betroffenen Bereiches sind die häufigsten Symptome.

Symptome:

  • brennedes Gefühl beim urinieren
  • Hitzeentwicklung, Hypersensibilität und Schwellung des betroffenen Hodens
  • Ziehen im Hoden (vor allem beim Stehen. Hinlegen kann die Schmerzen lindern)

Behandlung:

Wichtig ist, dass möglichst zeitnah ein Urologe aufgesucht wird, der die Diagnose stellt und eine Behandlung mit entzündungs- und schmerzlindernden Medikamenten sowie gegebenenfalls Antibiotika einleitet.

Akute Hodenschmerzen lindern:

  • Hoden kühlen mit einem nasskalten Waschlappen / Eisakku (eingewickelt in ein Handtuch!)
  • Gleichgewichtslage ändern, hinlegen und Beine hochlegen

Vorbeugung:

Um einer Nebenhodenentzündung vorzubeugen, sollten die Symptome nicht ignoriert werden. Sollten Sie also ein Ziehen im Hoden oder Schmerzen beim Urinieren feststellen, lohnt es sich, so bald wie möglich zum Urologen zu gehen. Weiter empfiehlt es sich nur geschützen Geschlechtsverkehr zu haben, um das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren.

2. Ziehen im Hoden durch Prostataentzündung

Auch eine Prostataentzündung (Prostatatitis) kann ein Ziehen im Hoden oder ausstrahlende Schmerzen im Oberschenkel verursachen. Die Aufgaben der Prostata sind unter anderem die Spermienbildung, sowie der Verschluss von Harnblase und Samenwegen. Ebenfalls wirkt die Prostata beim Hormonstoffwechsel mit, indem die das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seine biologisch aktivste Form, das Dihyrotestosteron (DHT), umwandelt.

Die Prostataentzündung (Prostatitis) wird nach einer amerikanischen Klassifikation u.a. unterteilt in:

 I. Akutel bakterielle Prostatitis (von Bakterien verursacht)

Symptome:

  • plötzlich auftretende heftige Beschwedern, wie bei einer Blasenentzündung
  • häufiges Wasserlassen (Pollakisurie), erschwertes Wasserlassen (Dyurie)
  • abgeschwächter Harnstrahl (evtl. bis zur aktuen Harnverhaltung = Ischurie)
  • Brennen der Harnröhre am Ende des Wasserlassens
  • Schmerzhaftes Wasserlassen (Algurie) und unwiderstehlicher Harndrang (imperativer Harndrang)
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Schmerzen am Damm, Stuhldrang, Schmerzen beim Stuhlgang
  • eitriger Ausfluss aus der Harnröhre und Schmerzen beim Samenerguss (Ejakulation)

Behandlung:

Bei einer akuten bakterielle Prostatitis ist die wichtigste Maßnahme eine sofortige, hoch dosierte Gabe eines Antibiotikums. Unter Umständen muss dieses nach Eintreffen des Antibiogramms (=Labortest zur Bestimmung der Empfindlichkeit bzw. Resistenz von mikrobiellen Krankheitserregern gegenüber Antibiotika) gewechselt werden. Die Einnahme des Antibiotikums sollte über mindestens 10 Tage erfolgen. Weiter kommen entzündungshemmende und krampflösense Medikamtene, Schmerz- und Abführmittel in Fragen, um die Beschwerden zu lindern.

 

II. Chronische bakterielle Prostatitis (von Bakterien verursacht)

Eine chronisch bakterielle Entzündung der Prostata wird ebenfalls von Bakterien verursacht. Sie ist eine sehr seltene Erkrankung und wird häufig mit der chronischen nicht bakteriellen Prostatitis verwechselt. Von einer chronischen bakteriellen Prostatitis spricht man, wenn eine Infektion nachgewiesen ist und Krankheitszeichen schon mindestens 3 Monate vorhanden waren. Die Behandlung umfasst eine mehrwöchige Behandlung mit Antibiotika.

Symptome:

Schmerzen und Missempfindungen
  • im Bereich von Prostata, Damm, Hodensack und Hoden (Ziehen im Hoden)
  • am Penis, an der Harnblase oder im unteren Rücken (eher selten!)
  • im Analbereich oder in den Leisten (nur sehr selten!)
Beschwerden des unteren Harntrakts (LUTS)
  • häufiges Wasserlassen (Pollakisurie)
  • erschwertem Wasserlassen (Dysurie),
  • Harnstrahlabschwächung
  • schmerzhaftes Wasserlassen (Algurie, evtl. beim Wasserlassen zunehmend).

Behandlung:

Nach dem Eintreffen des Antibiogramm (Laborergebnis) wird ein Antibiotikum ausgewählt, das anschließend über 4-6 Wochen gegeben wird. Gegen die Beschwerden werden schmerzstillende, krampflösende, entzündungshemmende, beruhigende und durchblutungsfördernde Medikamente eingesetzt. Chirurgische Eingriffe an der Prostata sollten vermieden werden.

 

III. Chronisches Beckenschmerzensyndrom (CBSS) / chronische, nicht von Batkerien verursachte (abakterielle) Prostatits

Allgemeine Symptome einer chronischen Prostatitis sind Schmerzen im Bereich des Beckens und/oder der Genitalien zum Beispiel auch ein Ziehen im Hoden) aus unklaren Gründen. Die Beschwerden gleichen denen bei chronischer bakterieller Prostatitis. Bakterien lassen sich nicht nachweisen.

Bei chronischer Prostatitis bestehen häufig dauerhafte oder wiederkehrende Schmerzen, die im Bereich des Beckens, zwischen Hodensack und After (perineal) und oder den Genitalien empfunden werden. Es kann sogar mit allgemeinen Krankheitszeichen einhergehen, wie zum Beispiel Müdigkeit oder Erschöpfung).

Symptome:

  • Schmerzen oft auch außerhalb der Prostata im Bereich des Beckens (am Damm, im Rektum (Mastdarm), im Penis, in den Hoden oder Unterbauch)
  • häufig auch Symptome am unteren Harntrakt (Schmerzen an Harnblase oder Harnröhre, vor allem beim Wasserlassen)
  • Störungen der Sexualfunktion: verminderte Libido (Lust), erektile Dysfunktion (Erektionsstörungen), vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox) und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

weitere mögliche Beschwerden:

  • Spannung oder Druck in der Dammgegend / After
  • Ziehen in den Leisten mit Ausstrahlung, sodass ein Ziehen im Hoden wahrgenommen wird
  • Druck, Kälte oder Brennen hinter dem Schambein, Spannung im Kreuzbeinbereich
  • Stuhlunregelmäßigkeiten, Stuhldrang, Harndrang
  • erschwertes Wasserlassen, Brennen am Ende der Harnröhre, Nachträufeln von Harn, Restharngefühl
  • Psychische Symptome: Ängste und Depressionen

Behandlung:

Die Ursachen für eine chronische Prostatitis sind sehr vielseitig, weshalb auch die Behandlungsmethoden entsprechend unterschiedlich sind. Eine Therapie von chronischer Prostatitis besteht in vielen Fällen aus einer Kombination verschiedener Behandlungsmethoden, welche für jeden Patienten individuell zusammengestellt werden. Infrage kommen im Wesentlichen Medikamente sowie physikalische und psychotherapeutische Verfahren, beispielsweise:

  • Entzündungshemmer: Nicht-steroidale Antirheumatika (engl. nonsteroidal anti-inflammatory drugs, NSAID; keine Kortikosteroide wie Cortison)
  • Phytopharmaka: Pflanzliche Medikamente wie Pollen-Extrakt, Quercetin
  • Elektroakupunktur
  • Pentosan-Polysulfat (pflanzlicher Schleimstoff)
  • Nervenstimulation
  • Alpha-Blocker
 

IV. Asymptomatische entzündliche Prostatits:

Eine asymptomatische entzündliche Prostatitis weist keine Syptome auf. Sie wird anhand von Entzündungszellen im Prostatasekret oder im Sperma entdeckt oder auch in entferntem Gewebe mikroskopisch nachgewiesen. In der Regel bedarf die asymptomatische entzündliche Prostatitis keiner Behandlung, weshalb wir an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingehen.

Ziehen im Hoden durch Hydrozele (Flüssigkeit im Hodensack)

Als Hydrozele oder Wasserbruch wird die Ansammlung seröser Flüssigkeit um den Hoden (im Skrotalfach) bezeichnet. Eine Hydrozele kann einseitig oder beidseits auftreten. Man unterscheidet zwischen der angeborenen und der erworbenen Hydrozele.

Bei einer angeborenen Hydrozele liegt ein unvollständiger Verschluss (Obliteration) des Processus vaginalis testis vor. Es handelt sich dabei um eine fingerförmige Ausstülpung des Bauchfells, die den Hoden bei seiner Wanderung – dem Descensus testis – aus der Bauchhöhle in den Hodensack begleitet. Der Processus vaginalis verödet in der Regel bald, nachdem der Hoden das Skrotum erreicht hat – mit Ausnahme des dem Hoden anliegenden Bereichs, der als Tunica vaginalis testis oder seröse Hodenhülle diesen umschließt. Bei Nichtverödung kommuniziert er mit dem Bauchraum und füllt sich mit Flüssigkeit. Es kann auch zu einem Vorfall von Darm in den offenen Processus kommen, dieses wird dann als indirekter Leistenbruch bezeichnet.

Die Ursachen einer erworbenen Hydrozele, auch sekundäre Hydrozele genannt, sind bis heute nicht ganz geklärt. Man weiß aber, dass Entzündungen des Hodens, Nebenhodens und Samenstranges, Hodentorsion (Hodenverdrehung), Leistenbruch (Hernie), Geschwulst (Tumor) sowie stumpfe Gewalt (Schläge, Tritte) bei der Ausbildung einer Hydrozele mit verantwortlich sein können.

Ebenfalls kann eine Hydrozele auch in Folge einer Varikozelen OP entstehen. Mehr dazu im weiteren Teil dieses Beitrags. Eine Hydrozele, beziehungsweise die Wasseransammlung im Hoden kann sich verschlimmern, wenn der Betroffene sich bewegt, da so das Wasser zunehmend nach unten sackt. Hydrozelen verursachen selten Schmerzen. Es kann jedoch zu einem Gefühl von Ziehen im Hoden kommen, je größer die Hydrozele ist.

Symptome:

  • einseitige oder beidseitige Schwellung des Hodensacks (Skrotum)
  • verursacht in der Regel keine Schmerzen
  • kann beim Stehen und gehen zunehmend die Beweglichkeit des Patienten einschränken

Behandlung:

Bei einer angeborenen Hydrozele erfolgt zunächst keine Therapie, sondern es erfolgt eine Beobachtung bis zum 2. Lebensjahr. Meistens bildet sich die Hydrozele im Laufe dieser Zeit wieder von alleine Zurück, weil sich die Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hoden beim Wachstum des Neugeborenen von selbst verschließt. Wenn dies nicht geschieht und die Hydrozele anstatt dessen größer geworden ist, wird operiert. Durch einen kleinen Schnitt an der Leiste wird die Hydrozele aufgesucht und anschließend vom Chirurg (Urologe) verschlossen.

Erworbenen Hydrozelen werden dagegen häufig unmittelbar operiert. Die Hydrozelen OP erfolgt über einen kleinen Schnitt am Hodensack. Anschließend wird die Hydrozele aufgesucht und die Wasseransammlung entfernt.

Ziehen im Hoden lindern durch die richtige Unterwäsche

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